MWST und Periodenabschluss

Die OSS-Grenze im Blick behalten

Wann Zeffio dich warnt, warum die Antwort für Schweizer und EU-Absender verschieden ausfällt — und was die Warnung nicht abdeckt.

Wofür ist das?

Wer digitale Leistungen an Privatpersonen in der EU verkauft, muss sich irgendwann dort registrieren — nur hängt das «wann» davon ab, wo du selbst sitzt. Zeffio zählt die betroffenen Umsätze über das Kalenderjahr mit und meldet sich, bevor es zu spät ist. Dieser Artikel erklärt, welche Meldung wann kommt und was sie wert ist.

Wann brauche ich das?

Sobald du den Schalter Leistungsort nach Kundenland eingeschaltet hast und tatsächlich solche Leistungen fakturierst. Ohne den Schalter entsteht die Angabe gar nicht, aus der sich die Summe ergibt — dann zählt Zeffio nichts mit und kann auch nicht warnen.

Voraussetzungen

  • Der eingeschaltete Schalter Leistungsort nach Kundenland unter MWST
  • Dein korrektes Absenderland — es entscheidet, welche der beiden Regeln für dich gilt
  • Mindestens eine gestellte Rechnung mit einer als elektronisch markierten Position an eine EU-Privatperson

Schritt für Schritt

  1. Nichts einzurichten: Sobald der Schalter an ist, prüft Zeffio jeden Morgen automatisch und schreibt die Meldung in die Glocke oben rechts.
  2. Die Zahl selbst siehst du jederzeit unter MWST auf der Karte Elektronische Leistungen an EU-Privatkunden, in der Zeile unter der Tabelle.
  3. Kommt eine Meldung, klär mit deiner Treuhand, ob und wo eine Registrierung fällig ist. Die Meldung ist ein Hinweis, keine Anmeldung.
  4. Nach der Registrierung meldest du quartalsweise im OSS-Portal. Die Zahlen dafür holst du dir über den CSV-Export auf derselben Karte.

Beispiel

Eine Grafikerin in Zürich verkauft Vorlagen als Download. Beim ersten Verkauf an eine Privatperson in Frankreich meldet Zeffio: Registrierung fällig, ab dem ersten Euro. Für einen Kollegen mit Sitz in Wien ist es anders — er verkauft dasselbe und hört zunächst nichts. Erst bei 8 000 € meldet sich Zeffio mit «80 % erreicht», und wenn er die 10 000 € überschreitet, ein zweites Mal.

Was danach passiert

Jede Meldung kommt einmal pro Kalenderjahr und Anlass — die Vorwarnung und die Überschreitung sind zwei verschiedene Meldungen, damit die zweite die erste nicht verdrängt. Am 1. Januar beginnt die Zählung neu, weil die Grenze eine Jahresgrenze ist. Auf die Rechnungsstellung hat die Warnung keinen Einfluss — sie ändert keinen Satz und hält nichts auf.

Häufige Stolpersteine

  • Die Vorwarnung wegklicken und auf die Überschreitung warten. Ab dem Überschreiten gilt das Kundenland bereits für den Umsatz, der die Grenze reisst — wer erst dann reagiert, hat diese Rechnung schon mit dem falschen Satz gestellt.
  • Ein ruhiges Jahr als Entwarnung lesen. Gezählt wird nur, was durch Zeffio läuft; die Grenze umfasst alle deine Fernumsätze an Privatkunden in der EU.
  • Als Schweizer Absender auf die 10 000 € warten. Für Anbieter ausserhalb der EU gibt es diese Grenze nicht — deshalb meldet sich Zeffio dort schon beim ersten Umsatz.
  • Annehmen, dass Zeffio auch ohne den Schalter mitzählt. Ohne ihn wird an keiner Position festgehalten, dass eine Leistung elektronisch erbracht wurde, und ohne diese Angabe gibt es nichts zu summieren.

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Stand: 2026-08-12