MWST und Periodenabschluss
Digitale Leistungen an Privatkunden in der EU (OSS)
Wann nicht dein Steuersatz gilt, sondern der des Kundenlandes — einschalten, richtig erfassen, Grenze im Blick behalten.
Wofür ist das?
Normalerweise gilt dein Steuersatz — der deines eigenen Landes. Für elektronisch erbrachte Leistungen an Privatpersonen in einem anderen EU-Land gilt stattdessen der Satz des Kundenlandes. Zeffio kann diese Ausnahme rechnen, sobald du ihm die drei Angaben gibst, aus denen sie sich ergibt. Dieser Artikel zeigt, welche das sind, was Zeffio damit tut — und was es ausdrücklich nicht tut.
Wann brauche ich das?
Nur wenn alle drei Bedingungen zusammenkommen: Die Leistung ist elektronisch erbracht (SaaS-Abo, Download, aufgezeichneter Onlinekurs), der Kunde ist eine Privatperson, und er sitzt in einem anderen EU-Land als du. Fällt eine davon weg, gilt dein eigener Satz und du brauchst nichts von alldem. Für Rechnungen an Geschäftskunden ändert sich nie etwas, und ein Onlinekurs, den du live hältst, ist keine elektronisch erbrachte Leistung.
Voraussetzungen
- Die Gewissheit, dass du überhaupt betroffen bist — die drei Bedingungen oben müssen alle zutreffen
- Dein Absenderland unter MWST (es entscheidet, welche Regel für dich gilt)
- Bei jedem betroffenen Kunden die Angabe Privatperson statt Unternehmen
- Das Wissen, welche deiner Leistungen elektronisch erbracht sind — das kann Zeffio nicht erraten
- Für die Meldung selbst: eine Registrierung im OSS-Portal deines Registrierungslandes. Die machst du ausserhalb von Zeffio
Schritt für Schritt
- Öffne MWST und schalte Leistungsort nach Kundenland ein. Der Schalter ist bewusst standardmässig aus: Solange er aus ist, verhält sich Zeffio genau wie vorher.
- Trag bei jedem betroffenen Kunden unter Kundenart die Angabe Privatperson ein. Zeffio leitet das nicht ab — rechtlich hängt «Unternehmen» an einer gültigen USt-IdNr., und die prüft Zeffio nicht.
- Setz an der Rechnungs- oder Offertenposition den Haken elektronisch erbrachte Leistung. Wenn du dieselbe Leistung immer wieder abrechnest, setz ihn einmal im Katalog — dann kommt er bei jeder Verwendung mit.
- Stell die Rechnung wie gewohnt. Zeffio nimmt für diese Position automatisch den Normalsatz des Kundenlandes und friert ihn auf dem Beleg ein.
- Unter MWST findest du die Karte Elektronische Leistungen an EU-Privatkunden mit einer Aufstellung je Land. Wähl dort dein Meldequartal und lade die CSV herunter — das ist die Zahlenbasis für deine Meldung oder für deine Treuhand.
Beispiel
Du sitzt in der Schweiz und verkaufst ein Software-Abo. Eine Privatperson in Deutschland bucht es für 100 €. Ohne den Schalter stellt Zeffio 8.1 % Schweizer MWST in Rechnung — falsch, denn besteuert wird in Deutschland. Mit dem Schalter, der Kundenart «Privatperson» und dem Haken an der Position rechnet Zeffio mit 19 % und weist auf der Karte unter MWST eine Zeile «DE · 19 % · 100 € · 19 €» aus. Verkaufst du dasselbe Abo an ein Unternehmen in Deutschland, bleibt es bei deinem Satz — dort ist die Kundenart entscheidend.
Was danach passiert
Betroffene Positionen tragen ab sofort den Satz des Kundenlandes, und dieser Satz wird beim Ausstellen eingefroren: Zieht der Kunde später um, bleibt der Beleg, wie er war. Offerte und Rechnung rechnen gleich, auch beim Umwandeln. Die MWST-Karte zeigt die Aufstellung je Land und Quartal; die Schweizer ESTV-Abrechnung bleibt davon unberührt, denn diese Umsätze werden nicht in der Schweiz besteuert. Sobald du die Grenze deines Rechtsraums erreichst, meldet sich zusätzlich die Glocke.
Häufige Stolpersteine
- Den Schalter einschalten und die Kundenart vergessen. Dann bleibt alles beim Alten — Zeffio braucht alle drei Angaben, und ohne «Privatperson» greift die Ausnahme nicht.
- Den Haken bei einer Leistung setzen, die nicht elektronisch erbracht ist. Eine Beratung per Videocall ist eine persönliche Dienstleistung, ein aufgezeichneter Kurs eine elektronische. Der Unterschied ist fein und entscheidet über den Satz.
- Erwarten, dass Zeffio die Meldung abgibt. Zeffio bereitet die Zahlen auf; die Registrierung und die Meldung im OSS-Portal bleiben deine Aufgabe.
- Die Aufstellung für vollständig halten. Gezählt wird nur, was durch Zeffio läuft — die Meldepflicht umfasst alle Fernumsätze an Privatkunden in der EU, auch die, die du woanders abrechnest.
- Bei einem ermässigten Satz raten. Zeffio kennt je Land nur den Normalsatz und lehnt eine Position mit ermässigtem Code ab, statt eine falsche Zahl zu rechnen. Kennst du den richtigen Satz, trag ihn direkt an der Position ein.
Verwandte Artikel
- MWST einrichtenSteuerpflicht hinterlegen, Abrechnungsart wählen — die Grundlage für jede MWST-Abrechnung.
- MWST-Codes je Position — und warum die meisten 0 % habenSieben Codes, drei davon mit Satz. Die vier Nullsätze sind nicht dasselbe, sondern vier verschiedene Gründe.
- Leistungen und Produkte im Katalog hinterlegenWiederkehrende Positionen einmal erfassen — und mit kundenspezifischen Preisen einsetzen.
War diese Anleitung hilfreich?
Ohne JavaScript öffnet Ihre Antwort eine vorbereitete E-Mail.
Stand: 2026-08-12