MWST und Periodenabschluss
MWST-Codes je Position — und warum die meisten 0 % haben
Sieben Codes, drei davon mit Satz. Die vier Nullsätze sind nicht dasselbe, sondern vier verschiedene Gründe.
Wofür ist das?
Bei jeder Rechnungsposition wählst du einen MWST-Code. Er sagt nicht nur, wie viel Steuer anfällt, sondern warum — und genau das braucht die Abrechnung mit der ESTV. Deshalb gibt es vier Codes mit 0 %: Die Zahl ist gleich, der Grund ist es nicht, und der Grund entscheidet, in welche Ziffer der Abrechnung die Position wandert.
Wann brauche ich das?
Sobald du MWST-pflichtig bist und Positionen erfasst — besonders bei Kunden im Ausland oder bei steuerbefreiten Leistungen.
Voraussetzungen
- MWST in den Einstellungen eingerichtet (Nummer, Methode, Periode)
- Eine Rechnung oder Offerte im Entwurf
Schritt für Schritt
- Die drei Sätze: Normalsatz (8.1 %) für fast alles, Reduzierter Satz (2.6 %) für Lebensmittel, Bücher, Medikamente und Ähnliches, Beherbergung (3.8 %) für Übernachtungen.
- Die vier Nullsätze — je nach Grund: Export/Ausland (Leistung an einen Empfänger im Ausland), Reverse Charge (der ausländische Empfänger versteuert selbst), Steuerbefreit (im Gesetz ausgenommen, z. B. Heilbehandlung, Unterricht, Vermietung), Nicht steuerpflichtig (fällt gar nicht unter die MWST).
- Lässt du das Feld auf Wie Dokument, gilt der Satz, der oben auf der Rechnung steht. Bist du nicht MWST-pflichtig, ist das schlicht 0 % — dann musst du hier gar nichts tun.
- Der gewählte Satz wird beim Versand eingefroren: Ändert die Schweiz später ihre Sätze, bleiben alte Rechnungen so, wie sie verschickt wurden.
Beispiel
Du berätst eine deutsche Firma. Die Leistung ist im Inland nicht steuerbar, der Kunde versteuert sie in Deutschland selbst — Code Reverse Charge. Auf dem PDF erscheint automatisch der passende Hinweis, und in der MWST-Abrechnung landet der Umsatz in Ziffer 221 statt bei den steuerbaren Umsätzen. Hättest du stattdessen «Steuerbefreit» gewählt, wäre der Betrag in Ziffer 230 gelandet — gleicher Frankenbetrag, falsche Zeile.
Was danach passiert
Der Code steuert drei Dinge: den Hinweis auf dem PDF («Export/Ausland», «Reverse Charge» …), die Gruppierung nach Sätzen in der Steuerübersicht des Dokuments und die Ziffer in der MWST-Abrechnung — Export in 220, Reverse Charge in 221, steuerbefreit und nicht steuerpflichtig in 230. Ein falscher Nullsatz-Code ändert den Rechnungsbetrag nicht, aber die Abrechnung.
Häufige Stolpersteine
- Irgendeinen 0 %-Code wählen, weil der Betrag ja stimmt. Er stimmt — die Abrechnung dann nicht.
- Steuerbefreit und Nicht steuerpflichtig verwechseln. Befreit heisst: fällt unter die MWST, ist aber ausgenommen. Nicht steuerpflichtig heisst: fällt gar nicht darunter.
- Bei Auslandskunden pauschal Export wählen. Für Dienstleistungen an Firmen im Ausland ist meist Reverse Charge richtig; Export zielt auf Waren, die die Grenze verlassen.
- Den Code nach dem Versand korrigieren wollen. Versendete Rechnungen sind eingefroren — die Korrektur läuft über Storno oder Gutschrift.
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Stand: 2026-07-25