Auswertungen und Cockpit

Cockpit: was jede Zahl bedeutet

Sieben Kacheln, ein Zeitraum — und für jede Kennzahl die genaue Definition.

Wofür ist das?

Das Cockpit beantwortet vier Fragen für einen frei gewählten Zeitraum: Was habe ich verdient, was hat es gekostet, wer schuldet mir noch etwas, und wie sieht es demnächst aus. Jede Zahl hat eine feste Definition — wer sie kennt, liest die Kacheln in Sekunden statt sie zu deuten.

Wann brauche ich das?

Wenn du wissen willst, wie das Geschäft läuft — monatlich, quartalsweise oder vor dem Gespräch mit der Bank.

Voraussetzungen

  • Versendete Rechnungen im gewählten Zeitraum (Entwürfe zählen nie)
  • Für die Kosten-Kachel: erfasste Ausgaben und, für Zeitkosten, ein Kostensatz auf dem Projekt

Schritt für Schritt

  1. Zeitraum wählen — Monat, Letzter Monat, Quartal, Jahr oder von Hand ein Datum von/bis. Alle Kacheln folgen dieser Wahl.
  2. Vergleich wählen: Vorperiode oder Vorjahr. Die Prozentangaben neben den Zahlen beziehen sich immer auf diesen Vergleich.
  3. Die Kacheln in ihrer Zeitrichtung lesen: Umsatz, Kosten und Auslastung sind Vergangenheit, die Forderungsalterung ist der Stand von heute, MWST-Vorschau und Cashflow zeigen nach vorn. Ohne Steuerpflicht fehlt die MWST-Vorschau — dann gibt es dort nichts zu zeigen.
  4. Bei Bedarf als CSV exportieren — dieselben Zahlen zum Weiterrechnen, ohne Abtippen.

Beispiel

«Gestellt 12 000, Bezahlt 15 400» ist kein Widerspruch: Im Zeitraum wurden 12 000 fakturiert und 15 400 sind eingegangen — darunter Rechnungen aus dem Vormonat. Zeigt die Forderungsalterung gleichzeitig «31–60 Tage: 4 200», weisst du auch, worauf du noch wartest, und die Zahlungsmoral verrät, bei welchem Kunden.

Was danach passiert

Die Kennzahlen im Einzelnen. Umsatz: *Gestellt (netto)* ist die Summe der im Zeitraum versendeten Rechnungen, Gutschriften bereits abgezogen; Entwürfe und stornierte Rechnungen zählen nie. *Bezahlt* ist das Geld, das im Zeitraum eingegangen ist — nach Zahlungsdatum, also auch zu älteren Rechnungen. *Offen* ist der noch unbezahlte Teil der Rechnungen dieses Zeitraums, *Gutschriften* das im Zeitraum Gutgeschriebene. — Kosten: *Zeitkosten* sind erfasste Stunden mal Kostensatz des Projekts, nicht der verrechnete Stundensatz; ohne hinterlegten Kostensatz bleiben sie 0. *Ausgaben* sind die Nettobeträge erfasster, nicht stornierter Ausgaben. *Deckungsbeitrag* ist Gestellt (netto) minus Kosten total, *Marge* dasselbe in Prozent. — Auslastung: *Verrechenbare Quote* ist der Anteil erfasster Stunden mit Stundensatz; *Fakturiert* sind Stunden, die bereits auf einer Rechnung stehen. — Forderungsalterung: offene Rechnungen nach Überfälligkeit gebündelt, gerechnet auf heute. — Zahlungsmoral: durchschnittliche Tage von der Rechnung bis zur vollständigen Zahlung, je Kunde; teilweise bezahlte Rechnungen zählen nicht. — MWST-Vorschau: die voraussichtliche Zahllast des laufenden, noch offenen Quartals, gerechnet mit derselben Logik wie die richtige Abrechnung — diese Kachel erscheint nur, wenn dein Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig ist. — Cashflow-Prognose: offene Rechnungen nach Fälligkeit plus erwartete Vertragsrechnungen, abzüglich der durchschnittlichen Monatsausgaben des Zeitraums, nur in der Hauptwährung. Beträge verschiedener Währungen werden nirgends addiert.

Häufige Stolpersteine

  • «Gestellt» als Gewinn lesen. Es ist fakturierter Umsatz — Kosten, Steuern und noch nicht bezahlte Rechnungen sind darin nicht berücksichtigt.
  • Sich über eine sehr gute Marge freuen, obwohl auf den Projekten kein Kostensatz hinterlegt ist. Dann sind die Zeitkosten 0 und die Marge zu hoch.
  • Die Cashflow-Prognose als Zusage lesen. Sie unterstellt, dass offene Rechnungen zur Fälligkeit bezahlt werden — genau das tun nicht alle.
  • Die MWST-Vorschau als Abrechnung verwenden. Sie zeigt ein laufendes, unfertiges Quartal; massgebend ist die MWST-Abrechnung.

Verwandte Artikel

Stand: 2026-07-27